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25. August 20265 Min. Lesezeit

Garage: Der neue Weg zum eigenen S3-Speicher

MinIO wird nicht mehr weiterentwickelt – mit Garage gibt es einen leichtgewichtigen, aktiv gepflegten Nachfolger für die eigene Dateispeicherung.

intraOnline speichert Dateien standardmäßig in der Cloud – wer möchte, kann aber einen eigenen S3-kompatiblen Speicher anbinden und behält damit alle Dateien auf dem eigenen Server. Was dabei grundsätzlich zu bedenken ist, haben wir im Artikel „Dateien auf eigenen Servern speichern: Vor- und Nachteile“ beschrieben. Dort empfahlen wir als Beispiel MinIO – diese Empfehlung müssen wir zurückziehen. Die gute Nachricht: Mit Garage gibt es einen Nachfolger, der uns rundum überzeugt hat.

Was ist mit MinIO passiert?

MinIO war jahrelang die bekannteste frei verfügbare S3-Speicherlösung für den eigenen Server. Im April 2026 hat der Hersteller die frei verfügbare Community-Ausgabe jedoch eingestellt: Der Quellcode wurde archiviert, es erscheinen keine Updates und – entscheidend – keine Sicherheitskorrekturen mehr. Bestehende Installationen laufen zwar weiter, aber Software, die Dateien über das Internet entgegennimmt und nicht mehr gepflegt wird, ist auf Dauer ein Risiko. Für einen dauerhaften Betrieb können wir MinIO deshalb nicht mehr empfehlen.

Garage: klein, robust, aktiv gepflegt

Garage ist eine quelloffene S3-Speicherlösung der französischen Non-Profit-Organisation Deuxfleurs, gefördert aus europäischen Open-Source-Programmen (NLnet/NGI). Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt und erscheint in einem ruhigen, verlässlichen Rhythmus – genau das, was man von Infrastruktur-Software erwartet.

Sehr genügsam

Garage läuft ab etwa 1 GB Arbeitsspeicher – vom ausrangierten Bürorechner bis zum Raspberry Pi. Es braucht keine besondere Hardware und keine komplizierte Cluster-Einrichtung: Ein einzelner Server genügt.

Einfacher Start

Seit Version 2.3 bringt Garage einen Ein-Server-Modus mit, der Speicher und Zugangsdaten beim ersten Start automatisch einrichtet. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich in der offiziellen Garage-Dokumentation.

Mit intraOnline getestet

Wir haben Garage ausführlich mit intraOnline geprüft: Browser-Uploads (auch große Dateien in Teilstücken), Bildvorschauen, geschützte Download-Links – alles läuft. Garage ist inzwischen auch die Speicherlösung, die wir selbst für eigenständige intraOnline-Installationen einsetzen.

Zwei Punkte, die Sie kennen sollten

Garage konzentriert sich bewusst auf das Wesentliche. Zwei S3-Funktionen fehlen: die Objekt-Versionierung (ältere Dateistände auf Speicherebene) und die serverseitige Verschlüsselung. intraOnline erkennt beides und arbeitet sauber weiter – wer Verschlüsselung braucht, verschlüsselt stattdessen das Laufwerk des Servers, was ohnehin der robustere Schutz gegen physischen Zugriff ist. Ein praktischer Hinweis für die Einrichtung: Da ein eigener Server meist nur unter einem einzelnen Hostnamen erreichbar ist, sollte in den Speicher-Einstellungen die „Path-Style“-Adressierung aktiviert werden.

Umzug von MinIO zu Garage

Wer heute MinIO betreibt, kann geordnet wechseln: Garage übernimmt bestehende Zugangsschlüssel, und die Dateien lassen sich mit Werkzeugen wie rclone von der laufenden MinIO-Installation auf den neuen Garage-Server spiegeln. In intraOnline muss danach nur der Speicher-Endpunkt umgestellt werden. Planen Sie den Wechsel in einer ruhigen Phase und prüfen Sie danach Upload und Download einer Testdatei – dann ist der Umstieg in einem Nachmittag erledigt.

Fazit

Das Ende der freien MinIO-Ausgabe ist ärgerlich, aber kein Grund, auf eigene Dateispeicherung zu verzichten. Garage ist ein würdiger Nachfolger: sparsam, aktiv gepflegt, von einer gemeinnützigen Organisation getragen – und mit intraOnline vollständig getestet. Bei Fragen zur Anbindung stehen wir gerne zur Verfügung.

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